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Hochsensible Menschen – Wie erkennt man Hochsensibilität

Hochsensible Menschen

Lebenshilfe

Hochsensible Menschen – Wie erkennt man Hochsensibilität

Hochsensible Menschen, Besonderheiten und Gaben: Copyright: Zinkevych bigstockphoto, Netmonk.de

Hochsensible Menschen – Wie erkennt man Hochsensibilität

Die Besonderheiten hochsensibler Menschen

Die Hochsensibilität bezeichnen die Wissenschaftler auch als Hochsensitivität oder Überempfindlichkeit. Sie bezeichnet das übermäßig starke Reagieren auf bestimmte Reize. Hochsensible Menschen nehmen beispielsweise Geräusche oder Gerüche verstärkt wahr und verarbeiten sie schneller. Jedoch existiert bislang keine eindeutige Definition der gesundheitlichen Komplikation. Der Grund besteht darin, dass die High-Sensitivity-Forschung, kurz HS-Forschung, noch in den Kinderschuhen steckt.

Auf Außenstehende wirken die hochsensiblen Menschen oftmals schwierig und leicht reizbar. Durch eine zeitnahe Überflutung des Nervensystems stellen laute Geräuschkulissen eine Belastung für die Betroffenen dar. Aus dem Grund kommt es vor, dass hypersensible Personen Menschenansammlungen sowie stark frequentierte Orte meiden.

 

Hypersensitivität – was ist das und wie entsteht sie?

Hochsensible Menschen neigen dazu, sich schnell gestört oder emotional überlastet zu fühlen. Kritik nehmen sie sich zu Herzen, sodass sie auf andere Personen überempfindlich wirken. Oftmals hören die Betroffenen bereits von Kindesbeinen an, sie seien „zu sensibel“ oder „schwierig“. Zudem bemerken sie ihre Andersartigkeit im Vergleich mit anderen Menschen. Daher besteht die Möglichkeit, dass die Patienten ein negatives Selbstbild aufbauen. Bereits vermeintlich kritische Bemerkungen führen bei ihnen zu einem geminderten Selbstwertgefühl. Daher besteht für Angehörige oder Freunde die Notwendigkeit, die Hypersensibilität nicht als Makel zu identifizieren.

 

Wissenschaftliche Erklärungen für das Phänomen Hochsensibilität

Bislang erlangten die Experten wenige Erkenntnisse über die Hypersensibilität und ihre Folgen. Jedoch existieren mehrere Theorien, die auf den Ursprung der Überempfindlichkeit eingehen. Wahrscheinlich besitzen die hochsensiblen Menschen eine neuronale Konstitution, die aus einer erblichen Veranlagung resultiert. Hierbei weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass die Hypersensibilität weder eine Krankheit, noch eine psychische Störung darstellt.

Aus wissenschaftlicher Sicht entsteht die Hochsensitivität aufgrund einer verstärkten Empfänglichkeit für äußere Reize. Hierbei spielt das neuronale System, das beispielsweise Geräusche und Empfindungen verarbeitet, eine wesentliche Rolle.

 

Allgemeine Anzeichen bei hochsensiblen Menschen

Im Regelfall existiert eine weite Bandbreite der Symptome, die auf die Überempfindlichkeit hinweisen. Hochsensible Menschen verfügen über die Fähigkeit, jeden Sinneseindruck verstärkt wahrzunehmen. Oftmals besitzen die Betroffenen zudem eine empathische Begabung. Sie nehmen Stimmungen bei ihren Mitmenschen sensibel wahr und reagieren auf kleinste Veränderungen. Kennst Du eine hypersensible Person, zeigt sich diese beispielsweise im besonderen Maße einfühlsam. Des Weiteren neigen die Patienten zu einer intensiven Eigenanalyse, sodass sie selbstkritisch wirken. Nicht selten interessieren sie sich für verschiedene Künste oder die Spiritualität.

Einige Wissenschaftler vertreten die These, dass ein Zusammenhang zwischen der Hochsensibilität und der Hochbegabung besteht. Einen Beweis dafür fanden sie bisher nicht. Jedoch existieren charakteristische HS-Eigenschaften, zu denen beispielsweise das intensive Empfinden und Erleben gehören. Zählst Du zu den hochsensiblen Menschen, nimmst Du Reize verstärkt und detailliert wahr. Zusätzlich erfolgen eine Speicherung und das wiederholte Abrufen des Erlebten. Außenstehende verwechseln die Eigenheiten mit Empfindlichkeit oder Nervosität.

Der Unterschied zu einer empfindlichen Person besteht darin, dass hochsensible Menschen über die besondere Wahrnehmung verfügen. Bei Patienten, die sich lediglich leicht gekränkt fühlen – beispielsweise aufgrund eines geringen Selbstwertgefühls – ist dies nicht der Fall. Daher gilt die Reizbarkeit nicht als alleiniges Merkmal für die Hochsensibilität.

Weitere Anzeichen bestehen beispielsweise in:

  • einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit,
  • einer vielschichtigen Fantasie,
  • der Fähigkeit, abstrakte Gedankengänge problemlos zu formulieren,
  • einer detaillierten Wahrnehmung,
  • vielseitigen Interessen
  • und einer verstärkten Begeisterungsfähigkeit.

Gleichzeitig besitzen die Betroffenen einen starken Wunsch, Eigenverantwortung zu übernehmen. Sie wünschen sich Unabhängigkeit und verfügen über ein ausgeprägtes Langzeitgedächtnis. Da sie sich vorrangig emotionale Erlebnisse – beispielsweise eine Kränkung – über einen langen Zeitraum merken, wirken sie unter Umständen nachtragend. Ebenso geht die Hochsensibilität mit einer psychosozialen Feinwahrnehmung einher. Schnell erspürst Du Emotionen und Befindlichkeiten Deiner Freunde oder Familienmitglieder. Hierbei führen die Stimmungen zu einer schnellen Beeinflussung der HS-Person.

Weiterhin neigen die Patienten zu einem intuitiven Denken, wobei sie Aspekte in größeren Zusammenhängen sehen. Sie besitzen einen starken Gerechtigkeitssinn. Des Weiteren besteht bei ihnen ein ausgeprägter Altruismus. Die Selbstlosigkeit führt dazu, dass sie andere Menschen mental sowie physisch unterstützen. Gleichzeitig bevorzugst Du beispielsweise Harmonie und legst ein gewissenhaftes Verhalten an den Tag. Kunst und Musik erleben die hochsensiblen Personen intensiv, sodass sie im Regelfall selbst über künstlerische Begabungen verfügen. Andere Anzeichen stellen der Perfektionismus und die stabile Persönlichkeit dar.

 

Hochsensibilität und das introvertierte Verhalten

Die verstärkte Reizüberflutung sorgt dafür, dass sich die Betroffenen introvertiert benehmen. Häufig schließen die Patienten von sich auf andere Menschen, sodass sie von ihnen ebenfalls Einfühlsamkeit oder Hilfsbereitschaft im großen Maß erwarten. Geschieht das nicht, empfinden sie das Desinteresse unter Umständen als persönliche Kränkung. HS-Personen erleben zwischenmenschliche Beziehungen sowie Rauschzustände verstärkt. Daher reagieren sie auf Alkohol, Koffein und Medikamente übermäßig fröhlich oder aufgeputscht. Jedoch geht die Hochsensibilität auch mit Nachteilen einher. Als Exempel neigen die Betroffenen zu starken Stressreaktionen.

Vorwiegend Zeitdruck und Leistungsdruck sorgen für ein nervöses bis reizbares Verhalten. Nicht in jedem Fall führt das Phänomen zu Gehemmtheit, Schüchternheit oder negativer Emotionalität. Jedoch häufen sich diese Charaktereigenschaften bei den betroffenen Personen. Speziell bei Menschen mit Traumata oder familiären Problemen kommt es zur Begünstigung der Introversion und der emotionalen Hemmungen.

Um die Hochsensibilität zu testen, erstellte E. Aron einen besonderen HS-Test. Dessen Gültigkeit belegten mehrere Studien, ebenso deuten sie auf zwei unterschiedliche Komponenten hin. Zu dem Ergebnis kommt die Publikation: „A psychometric evaluation of the Highly Sensitive Person Scale: The components of sensory-processing sensitivity and their relation to the BIS/BAS and „Big Five”. Sie stammt von Erik Z. Woody et al. und erschient im Jahr 2005.

 

Hilfreiche Tipps für Hochsensible und deren Angehörige

Kennst Du einen hochsensiblen Menschen, besteht die Notwendigkeit, seine Eigenheiten zu akzeptieren und zu tolerieren. Statt die vermeintliche Überempfindlichkeit zu kritisieren, lohnt es sich, die positiven Aspekte des Phänomens in den Vordergrund zu stellen. Dazu gehören die zahlreichen Begabungen der HS-Personen. Neben ihrem Verständnis für Kunst und Musik betätigen sie sich beispielsweise selbst künstlerisch. Hierbei kommt es darauf an, den Betroffenen genügend Freiraum zu gönnen. Auf die Weise leben sie ihre Fantasie aus.

Negative Stimmungen beeinflussen die hochsensiblen Personen, sodass sie ebenfalls gereizt oder traurig wirken. Zudem neigen sie zu einem verstärkten Maß an Selbstkritik. Bemerkst Du, dass Dein hochsensibler Freund oder Partner mit seiner Veranlagung hadert, lohnt es sich, ihn aufzumuntern. Aufgrund ihrer Begeisterungsfähigkeit freuen sich Personen, die zur Hypersensibilität neigen, bereits über kleine Überraschungen und Aufmerksamkeiten. Speziell der emotionale Wert der Geste spielt eine wesentliche Rolle.

Romy Foerster

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